18. Juli 2019, 18 Uhr
Vortrag «Moderne Kunst im Kreuzfeuer»
Perspektivwechsel mit Christian Saehrendt, Historiker und Kunsthistoriker
im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Im Mittelpunkt des Perspektivwechsels steht die politische Kulturkritik in der Zeit der Weimarer Republik. Emil Nolde spielte hier eine Doppelrolle: Einerseits wurde er als moderner Künstler attackiert, andererseits trug er zur Radikalisierung der Kulturkritik bei.
Zu den Fragestellungen von Christian Saehrendt gehört die gesellschaftliche Wirkung der Kunst und ihre Verbindungen zu Wirtschaft und Politik. Seine aktuelle Forschung zu Ernst Ludwig Kirchner fand die lobende Erwähnung der Jury des Hans-und-Lea-Grundig-Preises 2019.

Link zur Veranstaltung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Hans-und-Lea-Grundig-Preisträger 2019

Der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgeschriebene Hans-und-Lea-Grundig-Preis 2019 wird an die Berliner Künstlerin Dorit Bearach, den Zürcher Fotografen Christoph Oeschger, Ana Kutleša und Vesna Vuković vom Kollektiv BLOK (Zagreb), sowie an den Kunsthistoriker und Ausstellungskurator Guy Raz (Tel Aviv) vergeben. So entschied die Jury mehrheitlich nach intensiver Diskussion in einer zweitägigen Sitzung am 22. und 23. Mai 2019.

Die Hans-und-Lea-Grundig-Preise 2019 werden am 7. November 2019 im NS-Dokumentationszentrum München vergeben. Nähere Informationen dazu in Kürze hier.

Lobende Erwähnung durch die Jury finden die Einreichungen im Bereich Bildende Kunst von Martin Barzilai, Sonja Hamad und Fides Schopp sowie im Bereich Kunstgeschichte/Kunstvermittlung die Einreichung von Rachel E. Perry. Ausdrücklich lobende Erwähnung verdient Paul Greven (geb. 1934) mit seinem Skulpturenpark und -museum Kunsthof Greven in der Eifel.

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Hans-and-Lea-Grundig-Award Winner 2019

The Hans-and-Lea-Grund-Prize 2019 under the patronage of the Rosa Luxemburg Foundation will be awarded to the Berlin-based artist Dorit Bearach, to the Zurich-based photographer Christoph Oeschger, to Ana Kutleša and Vesna Vuković from the collective BLOK (Zagreb), as well as to the art historian and exhibition curator Guy Raz (Tel Aviv), as the jury decided after intense discussion in a two-day meeting on May 22 and 23, 2019.

The Hans-und-Lea-Grundig 2019 prizes will be awarded on November 7, 2019 at the Munich Documentation Center for the History of National Socialism. More information will be released soon.

Honorable mentions by the jury are the submissions in the field of fine arts by Martin Barzilai, Sonja Hamad, and Fides Schopp, as well as the submission of Rachel E. Perry in the field of art history / art education. Paul Greven (born 1934) deserves special mention for his sculpture park and museum Kunsthof Greven in the Eifel.

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«Aber Du weißt ja, wie wenigen Menschen meine Arbeit im Grunde gefällt» —
Zum 60. Todestag des Malers und Grafikers Hans Grundig

Von Kathleen Krenzlin und Oliver Sukrow

In den überdrehten Debatten um die Präsentation der Malerei aus der DDR, die vor gut einem Jahr von Dresden aus nicht nur die sächsische Kunstwelt aus den Fugen brachten, konnte man eine interessante diskursive Leerstelle beobachten. Denn die Kritik am Wegsperren, Umhängen und Marginalisieren verfing sich zuvorderst an solchen Künstlern — Künstlerinnen fehlten völlig — die der in der DDR sozialisierten und ausgebildeten Generation angehörten. Wenig bis kaum Beachtung wurde dabei jener Kohorte der um 1900 Geborenen geschenkt, welche der «Familienbande» (Eckhart Gillen) durch ihre künstlerischen wie lebensweltlichen Erfahrungen erst die malerischen Fertigkeiten, aber auch die Antagonismen und Paradoxien einbrachten, die sich dann in der Vielfalt der Kunst in der DDR zwischen Verismus und Expressionismus entfaltete. Zu diesen herausragenden, heute kaum noch bekannten «Vätern» zählt der Dresdner Maler, Graphiker und nicht zuletzt kulturpolitisch aktive Hans Grundig, dessen Todestag sich am 11. September zum 60. Male jährte. Als historische Figur wurde Hans Grundig nach 1945 entweder zur Leitfigur des Antifaschisten mit Pinsel oder als Repräsentant eines angepassten sozialistischen Realismus, zumal nach 1990, verklärt. 60 Jahre nach seinem Tod ist es an der Zeit, diese exemplarische Figur, den großen deutschen Realisten auf einer künstlerischen Ebene mit Otto Dix und Max Beckmann neu zu entdecken.

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Korrespondenz von Hans und Lea Grundig wird erstmalig genau erforscht

Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin wird der knapp 700 Stück umfassende private Briefwechsel von Hans und Lea Grundig erstmalig wissenschaftlich bearbeitet.
Die Briefe wurden von Klaus Leutner, einem Verehrer der Kunst von Hans Grundig zwischen 2010 und 2017 zum ersten Mal vollständig durchgesehen und in eine erste Lesefassung gebracht. Sie gab den Anstoß zur wissenschaftlichen Neubeschäftigung mit diesen einzigartigen, zugleich exemplarischen Biographien, die nicht nur drei Gesellschaftssysteme, sondern auch mehrere Länder umfassen und Fragen des Verhältnisses von Kunst und Politik, von Religion und Gesellschaft sowie von Widerstand, Exil und Migration thematisieren.

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