«Aber Du weißt ja wie wenigen Menschen meine Arbeit im Grunde gefällt» —
Zum 60. Todestag des Malers und Grafikers Hans Grundig

Von Kathleen Krenzlin und Oliver Sukrow

In den überdrehten Debatten um die Präsentation der Malerei aus der DDR, die vor gut einem Jahr von Dresden aus nicht nur die sächsische Kunstwelt aus den Fugen brachten, konnte man eine interessante diskursive Leerstelle beobachten. Denn die Kritik am Wegsperren, Umhängen und Marginalisieren verfing sich zuvorderst an solchen Künstlern — Künstlerinnen fehlten völlig — die der in der DDR sozialisierten und ausgebildeten Generation angehörten. Wenig bis kaum Beachtung wurde dabei jener Kohorte der um 1900 Geborenen geschenkt, welche der «Familienbande» (Eckhart Gillen) durch ihre künstlerischen wie lebensweltlichen Erfahrungen erst die malerischen Fertigkeiten, aber auch die Antagonismen und Paradoxien einbrachten, die sich dann in der Vielfalt der Kunst in der DDR zwischen Verismus und Expressionismus entfaltete. Zu diesen herausragenden, heute kaum noch bekannten «Vätern» zählt der Dresdner Maler, Graphiker und nicht zuletzt kulturpolitisch aktive Hans Grundig, dessen Todestag sich am 11. September zum 60. Male jährte. Als historische Figur wurde Hans Grundig nach 1945 entweder zur Leitfigur des Antifaschisten mit Pinsel oder als Repräsentant eines angepassten sozialistischen Realismus, zumal nach 1990, verklärt. 60 Jahre nach seinem Tod ist es an der Zeit, diese exemplarische Figur, den großen deutschen Realisten auf einer künstlerischen Ebene mit Otto Dix und Max Beckmann neu zu entdecken.

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Korrespondenz von Hans und Lea Grundig wird erstmalig genau erforscht

Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin wird der knapp 700 Stück umfassende private Briefwechsel von Hans und Lea Grundig erstmalig wissenschaftlich bearbeitet. Während sich die bisherige Forschung in erster Linie auf publizierte Quellen stützen musste, erlaubt der private Briefwechsel aus den Jahren 1925–1958 einen neuen und differenzierten Blick auf das Paar und das zeithistorische wie soziale Umfeld. Diese Quellen ermöglichen eine komplexe Annäherung an diese fast beispiellosen und zugleich exemplarischen, mehrfach gebrochenen Biographien, die nicht nur drei Gesellschaftssysteme, sondern auch mehrere Länder umfassen und Fragen des Verhältnisses von Kunst und Politik, Religion und Gesellschaft ebenso wie Exil- und Migrationserfahrungen thematisieren.

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Auslobung des Hans-und-Lea-Grundig-Preises 2019

Unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird in Erinnerung an Hans Grundig (1901–1958) und Lea Grundig (1906–1977) der gleichnamige Preis für künstlerische, kunsthistorische und kunstvermittelnde Leistungen vergeben. Bewerbungsende ist der 31. März 2019.

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Call for entries for the Hans and Lea Grundig Prize 2019

A prize named in commemoration of the artists Hans Grundig (1901–1958) and Lea Grundig (1906–1977), under the patronage of the Rosa Luxemburg Foundation will be awarded for artistic and art historical achievement, as well as for achievement in the communication of art. Applications should be submitted by March 31, 2019.

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Workshop zum digitalen Werkverzeichnis der Handzeichnungen und Druckgraphiken von Lea Grundig

Am 7. Juni 2018 fand im Max-Lingner-Haus eine gemeinsame Veranstaltung der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung und der Max-Lingner-Stiftung in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin zum digitalen Werkverzeichnis der Handzeichnungen und Druckgraphiken statt, welches sich in Vorbereitung befindet. Dass auf Initiative von Dr. Maria Heiner (Dresden) entstehende und von Peter Straube (Dresden) implementierte digitale Internetprojekt soll 2019 abgeschlossen sein und wird mehrere Tausend Einträge umfassen. Maria Heiner hat dazu weltweit in Museen, Archiven und Privatsammlungen nach Werken von Lea Grundig recherchiert.

Workshop zum digitalen Werkverzeichnis Lea Grundig im Max-Lingner-Haus Berlin


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